Das Gipfelkreuz am Reißeck

1979 – Hauptversammlung im Herbst. Die Sitzung verläuft wie jedes Jahr. Zum Schluss der Punkt Allfälliges.
Auf einmal stand ein Thema im Vordergrund. Unsere Gruppe hatte im nächsten Jahr ihren 25jährigen Bestand. Ein Anlass, den wir irgendwie feiern sollten.
Plötzlich der Gedanke, ein Gipfelkreuz zu errichten. Begeisterung kam auf. Der Aufstellungsort wurde gefunden: Das Gr.Reißeck
im Arbeitsgebiet des ÖGV hatte noch kein Kreuz. Wir beschlossen dies zu ändern.
Dann kam der Arbeitseifer. Wir beschäftigten uns mit Entwurf, Konstruktion, Fertigung. Ebenso war wichtig die Organisation vor Ort:
Genehmigung, Kontakt mit der örtlichen AV-Sektion, Ablauf der Einweihungsfeier. Als Termin legten wir den 15.August fest. Somit hatten wir ein halbes Jahr Zeit.
Alles verlief ohne Panne. Eine Woche vorher sind wir bei der Reißeckhütte und tragen das Gipfelkreuz in Einzelteilen hinauf. In zwei Tagen gelang uns die Aufstellung.
„G’schichterln“ über gemeinsame Erlebnisse halten Gruppen zusammen und es gibt jene von der Gipfelkreuzweihe.
15.August 1980. Am Gipfel des Gr.Reißeck sind 250 Bergsteiger, inklusive der Blasmusik von Kolbnitz. Das Wetter ist trübe, Nebel ziehen umher.
Die Bergmesse beginnt. In dem Moment, als der Priester das Kreuz segnet reißt es die Nebel auseinander und Sonne fällt auf unser Werk.
Dann spielt die Blasmusik und einige aus unserer Gruppe haben Lieder einstudiert und singen zum Abschluss der Feier.
Jetzt wussten wir: Die Gruppe hat Gemeinsames geschaffen.
Nun sind 30Jahre vergangen. Einige Weggefährten von damals sind nicht mehr unter uns. Aber es gibt Tradition. Alle fünf Jahre fahren wir unser Gipfelkreuz zu besuchen.
Nicht mehr alle können auf den Gipfel, aber wir sind gemeinsam auf der Reißeckhütte. Und diese Tradition wurde weitergegeben.
Mittlerweile sind schon Enkelkinder von damaligen Mitgliedern dabei. Wir tragen auch heute noch Sorge, dass ein Gipfelbuch vorhanden ist.
2010 – Wieder waren wir auf der Reißeckhütte versammelt. Der Gipfelanstieg war etwas schneebedeckt, das Wetter trübe, trotzdem konnten wir feststellen,
dass unser Kreuz den Wetterunbilden immer noch standhält.
Tags darauf Sonnenschein und wir waren die ersten am Bellavista-Klettersteig auf die Hohe Leier. Die Platten bis zum Grat waren noch im Schatten,
doch dann war der Fels warm und wir konnten das Klettersteigvergnügen genießen. Der Gipfel war überlaufen, aber es war klar,
dass auch andere das schöne Wetter in den Bergen verbringen wollten.
In fünf Jahren wollen wir wieder den Weg zu unserem Kreuz machen.
Fredi Scholz

weitere Bilder von der Tour
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